Deine Laufbahn liest sich sehr spannend. Ursprünglich bist du ausgebildete Topfpflanzen-/Schnittblumengärtnerin und Floristin und bist dann über die Soziale Arbeit zum Coaching gekommen. Wie ist es dazu gekommen?
ANDREA WERFELI: Eine Tätigkeit im sozialen Bereich war bereits während meiner beruflichen Orientierung ein Thema, das mich interessiert hat. Ich habe mich aber dann für eine handwerkliche Ausbildung entschieden, da ich gerne in der Natur bin und mich die Arbeit und die Auseinandersetzung mit Ästhetik, Gestaltung, Form und Farben interessieren. Die Beschäftigung als Gärtnerin und Floristin war für mich aber schliesslich nicht ganzheitlich erfüllend, und so entschied ich mich während eines Sprachaufenthalts dafür, ein Studium in Sozialer Arbeit zu absolvieren. Im Rahmen der zum Studium parallel verlaufenden Praxisausbildung bin ich in das Arbeitsfeld der Sozialpsychiatrie eingetreten. In diesem Kontext entdeckte ich mein Interesse und die Faszination für Entwicklungs- und Kommunikationsthemen und die dafür notwendigen Voraussetzungen, dass Menschen sich handlungsfähig und selbstwirksam erleben und am Leben sowie an der Gesellschaft partizipieren können. Durch diesen Bezug und meine Weiterbildung in Teamdynamik habe ich mich immer mehr dem Coaching zugewendet.
Was war deine Motivation, für FAU IV tätig zu sein?
Das Konzept, hochqualifizierte Personen, die von psychischen Diagnosen betroffen sind, in ihrem Prozess der Reintegration in den ersten Arbeitsmarkt und in ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung zu begleiten, fand ich sofort sehr spannend. Eine zusätzliche Motivation war, dass ich mich so vollständig dem Coachingbereich widmen kann. Auch kann ich so Beruf und Familie besser vereinbaren.
Hat deine Erfahrung mit Menschen mit Beeinträchtigung eine Rolle gespielt, dass du dich für den Bereich FAU IV beworben hast?
Ja, das hat eine grosse Rolle gespielt. Ich habe immer sehr gerne im sozialpsychiatrischen Kontext gearbeitet. Während meiner Beschäftigung beim Sozialdienst fehlte mir die Nähe zum klinischen Umfeld. Es ist mir eine grosse Freude, als Coach FAU IV Menschen, die von psychischen Diagnosen betroffen sind, auf ihrem persönlichen Weg in eine neue berufliche Zukunft begleiten zu dürfen.
Mittlerweile arbeitest du bereits drei Monate für FAU. Was sind deine Erfahrungen?
Ich bin sehr herzlich und mit offenen Armen bei FAU empfangen worden. Besonders schätze ich die Selbständigkeit als Coach, die Zusammenarbeit und den Austausch im IV-Team, die grosse Unterstützung, im Rahmen meiner Einarbeitung, sowie die offene Kommunikationskultur. Vor kurzem besuchte ich den Standort Luzern, was mir aufzeigte, wie wertvoll der persönliche Kontakt und Austausch mit den verschiedenen Standorten ist.