Eine Umfrage des FAU Studio bringt es an den Tag: Fragt man sie nach ihren technischen Qualifikationen, nennen sie die Produktion von Bewegtbild am häufigsten als grössten Schwachpunkt.
«Liebe Journalistin, lieber Journalist
Stell dir vor, Du müsstest ab morgen eine neue Stelle im Journalismus zu suchen.
Welche Fähigkeiten würden dir fehlen?»
Diese Frage stellte das FAU Studio Ende letzten Jahres 23 Schweizer Journalist:innen aus verschiedenen Redaktionen und Medienhäusern. Um genau zu sein: Die befragten Personen mussten auswählen, an welchen technischen Qualifikationen es ihnen am meisten, am zweimeisten und am wenigsten mangelt. Als Skills zur Wahl standen
1) Video/Audio
2) Social Media
3) Künstliche Intelligenz
Diese sind nach Ansicht der meisten Expert:innen jene , auf die Journalist:innen, die für ihre berufliche Zukunft gerüstet sein wollen, nicht verzichten können (1) (2). Dazu kommt allenfalls noch Datenjournalismus («data mining»), die Aufbereitung digitaler Informationen.
Zwar gibt es noch immer viele Stellen in der Medienbranche, für die Journalist:innen auf diese Fähigkeiten verzichten können. Sie werden aber zunehmend weniger.
Das Ergebnis der kleinen Umfrage des FAU Studio war überraschend. Ziemlich eindeutig benannte eine Mehrzahl ihre grössten Kompetenzmängel im Bereich Video-/Audioproduktionen:
Zusätzlich fällt auf:
– Bloss ein Viertel der Befragten erachten ihre KI-Fähigkeiten als «gering».
– Nur rund ein Viertel bezeichnet die Fähigkeiten in den Bereichen Video/Audio und Social Media/Networking als «gut».
Man könnte also das Fazit ziehen: Schweizer Journalist:innen sind nur halbwegs für die Zukunft vorbereitet. Je länger, je mehr werden journalistische Inhalte in Form von (bewegten) Bildern, Audio und über die Kanäle der Social Media transportiert. Doch nicht alle sind dafür bereit. Umso wichtiger ist es, sie darauf vorzubereiten.
Journalist:innen, die nach einer Entlassung ihr berufliches Interesse in Richtung Unternehmenskommunikation («Corporate Communication»), PR oder Marketing lenken, sehen sich dort mit denselben technischen Anforderungen konfrontiert. Viele Bildungswege für die Kommunikationsbranche führen heute genau über diese Gebiete. Studiengänge und Weiterbildungskurse mit Berufsziel «Corporate Communication» bestehen weiten teils aus Training in Bewegtbild, Social Media und KI.
Altgediente Journalist:innen klagen zurecht häufig darüber, wie wenig Medienhäuser die Weiterbildung ihrer Mitarbeitenden fördern. Meist müssen sie sich selber um die nötigen Kurse und Schulungen bemühen. Innerbetriebliche Weiterbildungen haben in den letzten zwei Jahrzehnten eher ab- als zugenommen, trotz immer neuer Techniken und Technologien, die Medienschaffende eigentlich beherrschen sollten, um in der Branche – oder in angrenzenden Branchen – überleben zu können.
Der entsprechende Nachholbedarf ist für das FAU Studio eine Chance: Es bietet stellensuchendenMedienschaffenden und Kommunikationsfachleuten Unterstützung in den oben genannten Bereichen. Und erleichtert damit jenen, die ihre Stelle verlieren, den Wiedereinstieg in den Beruf – oder den Umstieg in eine verwandte Branche.









