Studie zeigt
KI erschwert den Berufseinstieg
Künstliche Intelligenz verändert den Schweizer Arbeitsmarkt bereits heute spürbar. Das zeigt der neue KI-Report von jobs.ch, der auf der Auswertung von 7,3 Millionen Stelleninseraten zwischen 2019 und 2025 sowie Befragungen von rund 3’600 Arbeitnehmenden und 850 Unternehmen basiert. Die Studie kommt zum Schluss: Nicht ganze Berufe verschwinden. Vielmehr verändern sich Aufgaben, Kompetenzanforderungen und Karrierewege.

Junge Menschen verspüren, durch Künstliche Intelligenz obsolet zu werden. (Bildquelle: Unsplash / Thought Catalog)
Text FAU Studio
Besonders stark betroffen sind Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger. Die Analyse vergleicht eine Prä-KI-Phase von 2019 bis 2022 mit einer Post-KI-Phase von 2023 bis 2025. Der Anteil ausgeschriebener Junior-Stellen ist seit der in der Post-KI-Phase gegenüber den Jahren von 2019 bis 2022 um insgesamt 32 Prozent gesunken. Vor allem in klassischen Büro- und Wissensberufen wie Marketing, Finanzen, HR oder Administration werden weniger Einstiegsstellen ausgeschrieben. Unternehmen setzen stattdessen häufiger auf erfahrene Fachkräfte, während viele typische Junior-Aufgaben mittlerweile von KI übernommen werden können.

Junge Menschen verspüren AI-FOBO
Trotz einer grundsätzlich positiven Einstellung gegenüber KI wächst vor allem bei jungen Menschen die Unsicherheit. 41 Prozent der unter 25-Jährigen befürchten, durch künstliche Intelligenz beruflich an Bedeutung zu verlieren – ein Phänomen, das die Studie als «AI FOBO» («Fear of Becoming Obsolete») bezeichnet. Gleichzeitig fühlen sich viele Arbeitnehmende grundsätzlich gut auf den Umgang mit KI vorbereitet und nutzen entsprechende Werkzeuge bereits im Berufsalltag.

Technische Berufe bleiben schwer zu besetzen
Die Studie beschreibt eine zunehmende Zweiteilung des Arbeitsmarktes. Während sich Stellen in digitalen Wissensberufen einfacher besetzen lassen, verschärft sich der Fachkräftemangel in Berufen, die sich nur schwer automatisieren lassen. Besonders gesucht bleiben Pflegefachpersonen, Handwerkerinnen und Handwerker sowie Mitarbeitende im Gastgewerbe oder in anderen dienstleistungsnahen Berufen. Dagegen ist die Nachfrage nach Marketing-, Verwaltungs- oder IT-Fachkräften teilweise zurückgegangen.

KI-Stellen verteilen sich zunehmend über mehrere Regionen
In der Schweiz bleibt Zürich das wichtigste Zentrum für KI-bezogene Stelleninserate in der Schweiz. Rund 32 Prozent aller KI-Stelleninserate stammen aus der Region Zürich. In der Region Genf legten die KI-Stelleninserate zu, besonders in den Bereichen Finanzwesen, Bau und IT wächst die Nachfrage nach KI-bezogenen Kompetenzen überdurchschnittlich stark.

KI wird zur Querschnittskompetenz
Ein weiteres Ergebnis: KI ist längst kein Thema mehr nur für die IT. Zwar ist der Anteil KI-bezogener Stellen in der IT-Branche gesunken, gleichzeitig wächst die Nachfrage nach entsprechenden Kompetenzen in Bereichen wie Bau, Finanzen, Verwaltung, Industrie oder Gesundheitswesen. KI entwickelt sich laut Studie zunehmend zu einer branchenübergreifenden Anwendungskompetenz.
Spezialisierung wird besser bezahlt
Auch bei den Löhnen zeigen sich Verschiebungen. Besonders gefragt sind hochqualifizierte Spezialistinnen und Spezialisten in Medizin, Technik und Infrastruktur. Im Gesundheitswesen hat sich der Anteil von Stellen mit Gehältern über 135’000 Franken seit 2023 deutlich erhöht. Gleichzeitig geraten viele klassische Büroberufe unter Druck, insbesondere dort, wo standardisierte Tätigkeiten automatisiert werden können.
Über den Report
Für den Report wurden 7,3 Millionen Stelleninserate auf jobs.ch, jobup.ch und JobScout24.ch analysiert. Ergänzt wird die Datenauswertung durch Befragungen von Arbeitnehmenden und Unternehmen in der Schweiz. Die Analyse vergleicht eine Prä-KI-Phase von 2019 bis 2022 mit einer Post-KI-Phase von 2023 bis 2025.





