Du leitest den FAU seit Mai 2025. Welche Begegnung hat dich am meisten berührt oder beeindruckt?
Es sind die alltäglichen Begegnungen mit den Teammitgliedern des FAU, in denen ich erkenne, mit welchem Herzblut sie sich für ihre Arbeit engagieren. Ich bin auch immer wieder gerührt, wenn Teilnehmende mir erzählen, dass sie nach einem intensiven Bewerbungsprozess eine neue Arbeitsstelle gefunden haben. Wenn sie dann noch ein Feedbackformular ausfüllen und berichten, wo überall der FAU sie unterstützen konnte, dann berührt mich das.
Du arbeitest seit vielen Jahren in der Arbeitsmarktintegration. Wie unterscheidet sich der FAU von anderen AMM, die Du kennengelernt hast?
Als nationale AMM besteht die Herausforderung sicherlich darin, dass die Auftraggeberschaft das SECO ist und die zuweisenden Stellen im ALV-Bereich die Kantone sind. Hier ist es wichtig, dass vom Auftraggeber über den Anbieter, dem FAU, bis hin zu den Bestellern, also den Kantonen, ein gleiches Verständnis vorhanden ist. Dies bedingt eine intensive und konstruktive Kommunikation.
Im IV-Bereich haben wir den Leistungsvertrag mit der SVA Zürich und müssen sicherstellen, dass die anderen Zuweiser (also die SVA/IV Stellen der anderen Kantone) den Grundvertrag im Bewusstein haben. Vor allem war hier das Thema, dass wir mit unseren vier Standorten jeweils auch ein lokaler Anbieter unserer Dienstleistungen sind.
Die Arbeitswelt und der Arbeitsmarkt sind stärker im Umbruch als je zuvor. Welche Folgerungen leitest Du daraus für den FAU ab?
Der FAU muss neugierig und offen bleiben und den Fokus auf die Chancen legen, die sich bieten. Wichtig ist, dass wir uns nicht auf den Lorbeeren ausruhen, denn der Arbeitsmarkt und die Mitbewerbenden schreiten voran.
Welche Projekte stehen 2026 im Vordergrund?
Erstens die positive Evaluation des FAU Studio. Es ist wichtig, dass wir in dieser zugespitzten Medienveränderungslandschaft eine Möglichkeit für die Journalismus-Profis haben, um sie auf dem Weg zurück in den Arbeitsmarkt zu unterstützen.
Zweitens müssen wir die Wahrnehmung und das Auftreten des FAU schärfen. Welche Botschaften vermitteln wir? Wie treten wir auf? Wie ist die Website gegliedert? Finden und erhalten unsere Zielgruppen die relevanten Informationen?
Drittens sind Standortanalysen für die Standorte Luzern und Zürich gefragt. St. Gallen und Bern haben bereits in den letzten zwei Jahren ein sehr modernes, frisches und einladendes Umfeld erhalten.
Viertens wird uns sicherlich auch die Digitalisierung und Automatisierung in unseren täglichen Arbeitsprozessen weiterbeschäftigen. Die Frage lautet: Wo können wir weiter optimieren, so dass die wertvollen Ressourcen vermehrt direkt in der Fallarbeit zugutekommt?
Schliesslich freuen wir uns, mit der neuen Bereichsleitung ALV eine Person gefunden zu haben, welche auch wieder viele Erfahrungen einbringt.
Wird der FAU in den kommenden Jahren wachsen? Und wenn ja, in welchen Bereichen?
Der FAU hat als Ziel, dass er sich im Bereich Career Service weiterentwickelt. Dies können Angebote direkt für Kantone sein, so dass Kantone Produkte beziehungsweise Dienstleistungen direkt über uns beziehen. Das ist in einem kleinen Rahmen schon der Fall. Es können aber auch strategische Partnerschaften sein, in denen der FAU einen Teilbereich einer Dienstleistung anbietet. Oder es können Integrationen von anderen Angeboten sein, welche die bisherigen Anbieter nicht mehr weiterführen. Dies war auch schon in der Geschichte von FAU der Fall und wäre nichts neues. Es muss aber von Fall zu Fall gut geprüft werden. Wichtig ist hierbei, dass wir kein Gemischtwarenladen werden, sondern, wie im Organigramm dargestellt, den Kern unserer Aufgabe – die Coaching Services – weiter stärken können.